Gemeindekonzeption

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Gemeindearbeit

bezeugt die Menschenfreundlichkeit Gottes




Unsere Gemeinde lebt die Menschenfreundlichkeit Gottes.

Unser Glaube steht im Mittelpunkt.

Wir laden alle ein, Glauben in Gemeinschaft zu leben,

zu feiern und aktiv zu gestalten.





Vorwort

Analysephase

Erwartungen und Ziele - Auftrag des Presbyteriums

Leitbild und Leitsätze

Handlungsfelder

Ziele

Umsetzung der Ziele - Maßnahmenplanung

Schritthalten mit der Zukunft


I. Vorwort



Die Evangelische Kirche steht vor Übergängen und notwendigen Veränderungen. Nicht anders als in der Lebens- und Arbeitswelt der evangelischen Kirchengemeinden überall muss sich auch in Heessen der Gemeindealltag neuen Herausforderungen stellen: Die Zahl der Gemeindemitglieder sinkt, die Bedürfnisse der Gemeindeglieder ändern sich, angesichts einer strukturellen Konzentration der Gemeindebezirke und Predigtstätten müssen neue Schwerpunkte für die Arbeit der Gemeindepfarrer, aber auch für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden gesetzt werden.

Die nicht immer zufrieden stellende Beteiligung der Gemeindemitglieder am Gemeindeleben, der nicht immer zufrieden stellende Besuch der Gottesdienste wirft Fragen danach auf, wie gut die Angebote der Gemeinde an der Lebenswirklichkeit der Gemeindeglieder ausgerichtet sind.

In Heessen stellt sich über diese allgemein sinnvollen Grundüberlegungen zur Zukunftsfähigkeit hinaus die spezifische Problematik zweier nebeneinander bestehender Gemeindebezirke mit nur schwachen Ansätzen zum Zusammenwachsen zu einer Gemeinde.

Die Evangelische Kirchengemeinde Heessen hat sich entschieden, den notwendigen Wandel aktiv zu gestalten. Wie dieser Wandel ausgerichtet sein soll, welchem Leitziel er folgt und wie die Maßnahmen zur Umsetzung des Wandels aussehen – so lauten einige der Fragen, die nach dem Beschluss des Presbyteriums mit Hilfe einer Gemeindekonzeption beantwortet werden sollen.

Damit folgt das Presbyterium den Empfehlungen der Landessynode 2005, die Kirchenkreisen wie Gemeinden zu Gemeindekonzeptionen riet, um zukunftsfähig zu bleiben.

Um eine tragfähige Lösung dieser Problemfelder für die Zukunft der Gemeinde zu erarbeiten erschien es dem Presbyterium sinnvoll, der Empfehlung der Landessynode aus dem Jahr 2005 zu folgen und eine Gemeindekonzeption erstellen zu lassen.

Unter der fachkundigen Anleitung und Moderation zweier Gemeindebrater, Frank Pawellek und Pfarrer Michael Westerhoff, trat am 28. Januar 2009 erstmals ein Arbeitskreis zusammen, der vom Presbyterium am 2. Dezember 2008 mit der Erstellung einer Gemeindekonzeption beauftragt wurde.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren die beiden Heessener Gemeindepfarrer, Matthias David und Ulrich Brodowski, die Presbyter der Versöhnungskirche Adeltraud Schaletzki und Manfred Hasche sowie die Gemeindemitglieder des Pfarrbezirks II, Thomas Wlochinski und Martina Schilling-Graef. Sie trafen sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren (28. Januar 2009 bis 1. Juni 2010) monatlich sowie zu einem Perspektiv-Workshop am 31. Oktober 2009 und werden auch in Zukunft die Umsetzung der nun fertig gestellten Konzeption begleiten.

Als Ziel der Gemeindekonzeption wurde folgende Fragestellung formuliert:
Wie kann in der Evangelischen Kirchengemeinde Heessen unter den sich verändernden Rahmenbedingungen sinnvolle Gemeindearbeit stattfinden mit dem Ziel, die Menschenfreundlichkeit Gottes in Wort und Tat zu bezeugen?

Die vorliegende Konzeption wurde vom Presbyterium am 23. März 2010 verabschiedet. Sie soll auch in Zukunft an die sich verändernden Rahmenbedingungen für das Gemeindeleben angepasst und alle zwei Jahre auf ihre Gültigkeit überprüft werden.

Die Dienstanweisungen, Stellenbeschreibungen und Arbeitsverträge der hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie die Verabredungen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitenden werden dieser Konzeption angepasst. Sie dient allen als Grundlage der Arbeit in der Gemeinde.

Die Konzeption soll auch die sinnvolle Vernetzung mit anderen Gemeinden im Kirchenkreis Hamm bei Abstimmungen von unterschiedlichen Schwerpunkt-Angeboten und bei Kooperationen fördern.

Im Sinne einer Konzentration auf die dringendsten Problemstellungen wurde entschieden, die Wirtschaftlichkeit der Gebäudebewirtschaftung als Fragestellung der Konzeption auszuklammern, da in diesem Bereich bereits viele grundlegende Weichenstellung erfolgt sind und der derzeitige Zustand zufriedenstellend, wenn auch noch optimierbar ist.

Ebenso wurde davon Abstand genommen, eine Pfarrdienstanalyse durchzuführen, weil sich dank guter Zusammenarbeit mit dem Presbyterium keine Überbeanspruchung der Gemeindepfarrer mit Aufgaben abzusehen ist, die aus der Gemeindekonzeption resultieren.

Gemeinde entwickelt sich fort und wird sich auch aus sich heraus weiter verändern. Deshalb wird auch nach der Umsetzung der Gemeindekonzeption nicht nur überprüft werden müssen, wie weit ihre Umsetzung gelungen ist. Die Gemeindekonzeption wird immer wieder fortgeschrieben werden müssen, damit die Gemeinde lebendig und zukunftsfähig bleibt.


II. Analysephase


Lebenswirklichkeit in der Gemeinde

a) Gebäudestrukturanalyse

Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der vorhandenen Gebäude, ihrer Bewirtschaftungskosten und der Nutzungserfordernisse der Gemeinde waren bereits im Vorfeld der Konzeptionsarbeit viele Vorarbeiten geleistet worden. So lag eine Gebäudestrukturanalyse vor (Anlage 1) und waren verschiedene Richtungsentscheidungen getroffen worden, die finanzielle Mittel einsparen und den Gebäudebestand den tatsächlichen räumlichen Erfordernissen angepasst haben.

Der Zustand des Gebäudebestandes der Gemeinde ist gut. Im Gellerthaus wurden notwendige Modernisierungen (behindertengerechtes WC) und Verschönerungen (Kirchenfenster) kürzlich vorgenommen.

Die Betriebskosten für Gellerthaus und Versöhnungskirche liegen aktuell im wirtschaftlich vertretbaren Bereich. Die Personalkosten wurden in der Vergangenheit drastisch reduziert, so wurde z.B. eine Küsterstelle im Bezirk Dasbeck und Versöhnungskirche gestrichen, werden die anfallenden Arbeiten dort um großen Teil ehrenamtlich erledigt. Auch im Gellerthaus wurden durch Tarifanpassungen Personalkosten gesenkt.

Das Raumangebot ist derzeit angemessen, durch Vermietung und Verpachtung den reduzierten Bedürfnissen angepasst worden.


b) Bevölkerungsstruktur

Unter Heranziehung von Statistiken der Stadt Hamm ergibt sich, dass im Gebiet der Evangelischen Kirchengemeinde Heessen im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet die Unter-Neunjährigen unterdurchschnittlich vertreten sind, die Über-Sechzig- bis Siebzigjährigen dagegen überdurchschnittlich.

Dennoch ergibt sich eine Alterspyramide der Gemeindeglieder, die im Gros auf 19- 49jährigen und damit auf größtenteils beruflich aktiven, in der Familienphase lebenden Gemeindegliedern basiert. Daran werden die Angebote der Gemeindearbeit ausgerichtet sein müssen.

Grundsätzlich schrumpft die Zahl der Gemeindeglieder in der Evangelischen Kirchengemeinde Heessen (EKH) (4.907, Stand: 1.1.2009) überdurchschnittlich stark im Vergleich zum Gesamt-Stadtgebiet. Zukünftig ist dieser Trend nochmals verstärkt zu erwarten. Dies muss Konsequenzen für die Pfarrstellen-Planung haben (vorgesehen ist eine Pfarrstelle je 2.750 Gemeindemitglieder, danach stehen Heessen nur 1,8 Pfarrstellen zu) und wird u. U. Zusatzaufgaben für die beiden Gemeindepfarrer erforderlich machen (Anlage 2).

Insgesamt ist die Lebenssituation der Gemeindemitglieder der EKH geprägt von einem vergleichsweise homogenen sozialen Milieu und weist einen leicht überproportionalen Anteil ausländischer Bevölkerung mit nichtchristlicher Religionszugehörigkeit auf. Dabei deckt sich der geographische Zuschnitt der Gemeinde nicht mit den politischen Stadtbezirksgrenzen, was zu einer vergleichsweise kleineren Gemeindemitgliederzahl führt. Problematisch ist die historisch bedingte Zerschneidung des Gemeindegebietes durch die Ahlener Straße und die Bahnlinie, die ein Zusammenwachsen der beiden Pfarrbezirke zu einer Gesamtgemeinde erschwert.


c) Zufriedenheit der Gemeindeglieder

Die Gemeindeglieder wurden mittels Fragebögen, verteilt durch den Gemeindebrief, nach ihrer Bewertung des gemeindlichen Lebens, der Ausstrahlung der Gemeinde, nach ihrer Meinung zum Gottesdienst, ihrer Verbundenheit mit der Gemeinde gefragt (Große Befragung, Anlage 3).

209 Fragebögen wurden ausgefüllt abgegeben. Mit der Gesamtbewertung von 3,73 bei einer Bewertungsskala von 1 (--) bis 5 (++) wurde der Gemeinde ein insgesamt gutes Zeugnis ausgestellt. Am positivsten stellten sich die freundliche Wirkung der Mitarbeitenden auf die Gemeindeglieder, der gute und leichte Kontakt zu Pfarrern und Gemeindebüro sowie die hohe Zufriedenheit mit den Gottesdiensten dar. Einen Bestwert erzielte auch die Frage nach der Verbundenheit mit der eigenen Gemeinde. Abstriche wurden vor allem im Informationsbereich gemacht. Hier ergibt sich ein dringender Handlungsbedarf.

Detaillierter wurden die Besucher der Gottesdienste zu ihrer Zufriedenheit mit den Gottesdiensten befragt (Anlage 4). Dabei ergab sich aus den insgesamt 104 zurückgegebenen Fragebögen eine insgesamt sehr positive Tendenz.

Auffällig war, dass nahezu 50 Prozent der Befragten die häufigere Mitwirkung eines Chores am Gottesdienst oder allgemein eine stärkere musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes (z.B. auch mit einer Band) wünscht.

Die vielfach diskutierte Frage der Gottesdienst-Anfangszeit in den beiden Gemeindebezirken war im Fall des Gellert-Hauses unstrittig. Für die Versöhnungskirche befürwortete die Hälfte der Befragten den bisherigen frühen Beginn, die zweite Hälfte (vor allem die Unter-20jährigen) wünschte sich eine Verlegung auf zehn Uhr.

Die Unter-20jährigen bewerteten die Predigten zu 25 Prozent als zu lang.

Das Gellert-Haus ist für mehr als 50 Prozent der Befragten die bevorzugte Predigtstätte, die Versöhnungskirche für 25 Prozent der Befragten.



Mitarbeitenden-Zufriedenheit



Ein aktives Gemeindeleben lebt nicht nur von der Arbeit der vielen idealistischen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, lebt auch von vielen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Sie alle repräsentieren die EKH und genießen die Wertschätzung des Presbyteriums. Diese Wertschätzung sollen die Mitarbeitenden auch erfahren durch größtmögliche Unterstützung. Ihre Impulse und Wünsche nach Unterstützung sollen stärker als bisher berücksichtigt werden, sollen Einfluss auf die Entscheidungen in der EKH haben.

Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden der Gemeinde wurden mittels eines Fragebogens nach ihrer Arbeitszufriedenheit und ihren Wünschen und Kritikpunkten befragt.

Dabei ergab sich in 27 Rückmeldungen im Gellerthaus-Bezirk und 14 Rückmeldungen der Versöhnungskirche das Bild eines harmonischen, familiären Miteinanders und einer vorwiegend guten Arbeitsmotivation.

Defizite ergaben sich in den Bereichen Information und Beteiligung, so dass sich hinsichtlich der Entscheidungs-Teilhabe und der Information der Mitarbeitenden über alle gemeinderelevanten Dinge Handlungsbedarf ergibt. Als Wunsch wurde ein engeres Zusammenwachsen der Gemeindebezirke I. und II. formuliert.


III. Erwartungen und Ziele - Auftrag des Presbyteriums


Die drängenden Problemstellungen, die sich für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ergeben, lassen sich auf folgende, für die Gemeindekonzeption grundlegende Fragestellung verkürzen:

Wie kann in der Evangelischen Kirchengemeinde Heessen unter den sich verändernden Rahmenbedingungen sinnvolle Gemeindearbeit stattfinden mit dem Ziel, die Menschenfreundlichkeit Gottes in Wort und Tat zu bezeugen?

An diesem Ziel soll künftig der Einsatz von Mitarbeitenden, Räumen und Finanzen ausgerichtet sein.



IV. Leitbild und Leitsätze


Das theologische Leitbild beschreibt die Vision, wie die Gemeinde sich heute definiert, ein Bild, an dem sie sich auch in den kommenden Jahren orientieren will.

Die Gemeindekonzeption formulierte in Abstimmung mit dem Presbyterium während des Studientages am 31.10.2009 folgendes Leitbild:

Unsere Gemeinde lebt die Menschenfreundlichkeit Gottes. Unser Glaube steht im Mittelpunkt. Wir laden alle ein, Glauben in Gemeinschaft zu leben, zu feiern und aktiv zu gestalten.

Diesem Leitbild sind folgende Leitsätze zugeordnet, die richtungweisend für die Modernisierungsansätze der Gemeindekonzeption und die daraus resultierenden Handlungsfelder sein sollen: Wir orientieren uns am Evangelium von Jesus Christus. Wir machen Menschen Mut zum Glauben.

Wir erkennen in der Menschenfreundlichkeit Gottes unseren Auftrag, Menschen zu begleiten.

Wir fördern gleichberechtigt Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihren vielfältigen Lebensverhältnissen.

Wir feiern gemeinsam zeitgemäße Gottesdienste. In unserer Gemeinde ist jeder Sonntag ein Feiertag.

Wir drücken unsere Wertschätzung gegenüber allen Mitgliedern der Gemeinde aus, indem wir sie umfassend, präzise und aktuell informieren, mit ihnen offen über alle Belange des Gemeindelebens reden und sie unterstützen, wo dies notwendig ist.

Unser Glauben, Leben und Handeln hört nicht an unseren Gemeindegrenzen auf.

V. Handlungsfelder

Bei einem gemeinsamen Arbeitstag des Konzeptions-Arbeitskreises mit dem Presbyterium der EKH am 31. Oktober 2009 wurde auf der Basis des Leitbildes und der Leitsätze für die Entwicklung von konkreten Zielen der Gemeindekonzeption ein Katalog von Handlungsfeldern aufgestellt. Dabei wurden vom Presbyterium Ziele gemäß der Dringlichkeit gewichtet (Anlage 5).


Diese Handlungsfelder sind:

1. Öffentlichkeitsarbeit verbessern (um den Glauben nach außen zu tragen und um die Gemeindeglieder über das Leben in der Gemeinde zu informieren)

Es ist wichtig, dass Kirche und Gemeinde im Bewusstsein der Menschen vor Ort sind und bleiben. Ein wichtiger Weg dazu, ein wichtiger Bestandteil eines aktiven Gemeindelebens sind umfassende und aktuelle Informationen. Gute Kontakte zu den örtlichen Medienvertretern und die vermehrte Nutzung moderner Informationstechnik müssen dafür genutzt werden.

2. Diakonische und soziale Aufgaben wahrnehmen, Offenheit der Kirchen und Gemeinde für alle gewährleisten

Die EKH sieht es als ihren Auftrag an, Menschen zu begleiten, sie in ihren Lebenssituationen zu stärken und zu unterstützen. So will sie die Menschenfreundlichkeit Gottes bezeugen und leben. Vor diesem Hintergrund gibt es eine Vielzahl diakonischer und sozialer Aufgaben im Gemeindeleben. So soll die Sterbebegleitung, die das Hospiz Hamm leistet, unterstützt werden, um Todkranken und ihren Angehörigen Beistand zu leisten. Versöhnungskirche und Gellerthaus und ihre Gemeinde sollen allen Menschen offenstehen und alle gleichermaßen einbeziehen. Nur so ist Kirche glaubwürdig.

3. Gruppenarbeit den Bedürfnissen der Gemeindeglieder anpassen

Alltagsgerechte Angebote für Gemeindeglieder sollen gleichberechtigt für alle Gruppierungen und Altersklassen der Gemeindeglieder und für Interessierte aus anderen Hammer Gemeinden gemacht werden.

4. Gottesdienste an den Bedürfnissen der Gemeindemitglieder ausrichten

Gottesdienste sind Feier-Stunden. In ihnen versammelt sich die Gemeinde, um Gottes Wort zu hören, bekennt die Gemeinde ihren Glauben, feiert die Gemeinschaft im Abendmahl, sucht Stunden der Besinnung. Sie sind Höhepunkte des Gemeindelebens.

Deshalb sollen die Gottesdienste der EKH auf die Wünsche und Vorstellungen der Gemeindeglieder eingehen. Kinder- und Familiengottesdienste zeigen jungen Gemeindegliedern, dass sie in der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen. Aktuelle Themen des Gemeindelebens sollen in die Predigtgestaltung einfließen, weil sie die Menschen, die die Gottesdienste besuchen, bewegen.

Gottesdienstzeiten sollen den Wünschen der Gemeindemitglieder angepasst werden, um möglichst viele Interessierte zum Gottesdienstbesuch zu motivieren.

Musik ist nicht nur eine Möglichkeit, Gottesdienste festlich zu gestalten, sondern spricht Menschen emotionaler an als das gesprochene Wort und hilft auf diese Weise, das gemeinsame Glaubenserleben im Gottesdienst zu intensivieren. Darum soll die musikalische Gestaltung einen größeren Stellenwert im Gottesdienst bekommen.

5. Mitarbeitende an Entscheidungen in der Gemeinde beteiligen und regelmäßig informieren

Die Mitarbeitenden sind eine wichtige Stütze des funktionierenden Gemeindelebens. Ohne den Einsatz und den lebendigen Kontakt aller Mitarbeitenden zu den Gemeindegliedern bliebe das Gemeindeleben statisch und könnte nicht auf deren Bedürfnisse abgestimmt werden. Sie sollen daher ständig über Entwicklungen und Entscheidungen in der Gemeinde informiert werden. Ihre Wünsche und Anregungen sollen bei den Entscheidungen, die in der Gemeinde getroffen werden berücksichtigt werden. Für den Fortbestand eines lebendigen Gemeindelebens ist es unverzichtbar, neue Mitarbeitende zu gewinnen, die dann für die Arbeit mit Gemeindegruppen entsprechende Fortbildungen in Anspruch nehmen können.

6. Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Gemeinden schaffen

Keine Gemeinde kann funktionieren, wenn sie sich auf sich selbst beschränkt. Die Kooperation mit anderen Gemeinden ist nicht nur vor dem Hintergrund knapper Finanzen und sinkender Gemeindeglieder notwendig.

Wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ist auch der „Blick über den Tellerrand“, insbesondere der Ausbau und die Pflege der guten Zusammenarbeit mit der katholischen Partnergemeinde Papst Johannes vor Ort.

Dabei bietet die Evangelische Kirchengemeinde Hamm zahlreiche Möglichkeiten der sinnvollen Kooperation wie z. B. die Jugendkirche. Bei finanziellen Engpässen und einer Überfülle an kommerziellen und kommunalen Angeboten für Jugendliche ist es nicht mehr opportun, eine ganze Bandbreite an Freizeitangeboten für Jugendliche in der Gemeinde selbst vorzuhalten. Dagegen ist es wichtiger denn je, Kinder und Jugendliche an die Kirche zu binden, weil die Evangelische Kirchengemeinde Hamm sich als Gemeinschaft aller Altersgruppen versteht. Andererseits profitieren Jugendliche von der Gemeinschaft im christlich-ethischen Kontext und seinen Wertmaßstäben, die sie im familiären und schulischen Umfeld oft nicht mehr vermittelt bekommen. Auch der Evangelische Kirchenkreis Hamm bietet Anknüpfungspunkte, z. B. mit der Jugendkirche Deshalb sollen die KonfirmandInnen der EKH an die Jugendkirche herangeführt werden.

Ferner wurden als Handlungsfelder die Pfarrstellenplanung, die Gebäude- und Finanzplanung und das Zusammenwachsen der Gemeindebezirke genannt.


VI. Ziele


Auf der Basis der Analyse der Gemeinde-Situation wurden Ziele formuliert, die Lösungen für die aufscheinenden Problembereiche bieten. Grundlegend für die Formulierung der Ziele war, dass ihre Umsetzbarkeit realistisch, messbar und terminlich klar zu fixieren ist.

1. Die Einbeziehung von Mitarbeitern in Entscheidungsprozessen ist ein wichtiger Bestandteil in der EKH. Ein „Rat“ von ehrenamtlichen Mitarbeitern wird gebildet.

2. Die Konfirmandenarbeit der EKH wird mit dem Angebot der Jugendkirche Hamm vernetzt um den Jugendlichen Erfahrungen mit der evangelischen Jugendarbeit zu ermöglichen.

3. Das Gemeindehaus „Gellert-Haus“ wird um einen attraktiven Eingangsbereich erweitert um Verweil- und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

4. Maßnahmen zur Schonung von Ressourcen und Umwelt und zur Reduzierung von Nebenkosten werden ergriffen.

5. Die EKH wird sich zeitgemäß im Internet präsentieren.

6. Die Öffentlichkeitsarbeit der EKH wird ausgeweitet. Hierzu gehören Maßnahmen wie z. B. Erstellung eines Schaukastens, einer Homepage und die Überarbeitung des Gemeindebriefes.

7. Ein Jahresplan aller Gruppenaktivitäten wird entwickelt – neben dem Kalender wird auch das Kirchenjahr dargestellt.

8. Alle Gemeindegruppen stellen sich ausführlich im Gemeindebrief vor (Zweck / Zielsetzung, Interessen, Altersdurchschnitt, Leitung, gegebenenfalls ein Gruppenbild, Aufstellung der für das Jahr geplante Aktivitäten) gegebenenfalls nach Absprache mit der Redaktion auf mehrere Gemeindebriefe verteilt.

9. Ehrenamtlich Engagierte werden durch die Abfrage von Bildungsbedarf und die Kommunikation von Fortbildungsangeboten unterstützt.

10. Die EKH stellt in Form eines Flugblattes ihre Angebote zusammen und verschickt sie an die angrenzenden Kirchengemeinden.

11. Halbjährlich soll ein Treffen aller ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden der EKH stattfinden um aktuelle Informationen auszutauschen.

12. Ein Informationsblatt über die Angebote der Jugendkirche und die Angebote der Jugendarbeit der EKH wird erstellt und danach halbjährlich aktualisiert. Dieses wird an die weiterführenden Schulen (Verteiler zuständiger Religionslehrer aufbauen) mit der Bitte um Weitergabe an die Schüler verschickt.

13. Ein offener Arbeitskreis zur Gottesdienstvorbereitung wird gegründet, der aktuelle Fragestellungen des Gemeindealltags aufgreift.

14. Zur finanziellen Unterstützung der Gemeindearbeit wird eine Stiftung gegründet, die Spenden vereinnahmen kann.

15. Es wird nochmals zur Diskussion gestellt, die Gottesdienstzeiten für die wöchentlichen Gottesdienste in der Versöhnungskirche anzupassen. Gottesdienstbeginn: 10.00 Uhr (alternativ je nach Meinungsbild 9.30 Uhr).

16. Die Gemeinde bietet einen halbjährigen Glaubenskursus für Erwachsene an mit dem Ziel der allgemeinen religiösen Sprachlosigkeit entgegenzuwirken.

17. Die Gemeinde prüft die Möglichkeiten der Vernetzung der Stadtteilarbeit im Gemeindezentrum Dasbeck (z. B. Mittagstisch).

18. Die Gemeinde prüft die Möglichkeit, einen Kirchen- oder Gospelchor zu gründen.

19. Die Musikschule Hamm wird per Plakataushang und Rücksprache mit dem Leiter Bernd Smalla darüber informiert, dass die Gottesdienste der EKH interessierten Musikschülern mit entsprechenden Qualifikationen Auftrittsmöglichkeiten nach Abstimmung mit den Pfarrern geben.


VII. Umsetzung der Ziele - Maßnahmenplanung


Das Presbyterium legte die Priorität der Umsetzung der Ziele fest. Oberste Priorität haben danach die Projekte der Öffentlichkeitsarbeit und der sparsame Einsatz der finanziellen Ressourcen der Gemeinde, der Rat der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie der Gottesdienst-Vorbereitungskreis und die Vernetzung der Konfirmandenarbeit mit der Jugendkirche.

Die Realisierung der Ziele erfolgt nach entsprechender Handlungsanweisung durch das Presbyterium mit der Umsetzung zunächst jeweils eines Zieles pro Themenkomplex. Sukzessive werden nach der ersten Umsetzungsphase auch die weiteren Ziele realisiert.

Mit der Umsetzung wird jeweils eine Projektgruppe für ein Ziel betraut. Den Projektgruppen ist eine Projektlenkungsgruppe zugeordnet, die aus den Mitgliedern des Konzeptions-Ausschusses zusammengesetzt ist. Sie kontrolliert den Erfolg der Umsetzung und gibt dem Presbyterium wichtige Zwischenschritte, die sogenannten „Meilensteine“, zur Kenntnis. Die Projektlenkungsgruppe ist außerdem für die regelmäßige Kommunikation zwischen Presbyterium und den Projektgruppen zuständig.

Zwei Projektgruppen wurden bereits eingerichtet, um die Webpräsenz der EKH bis zum Herbst zu realisieren und um den Gemeinsamen Mitarbeitenden-Ausschuss kurzfristig umzusetzen.


VIII. Schritthalten mit der Zukunft


Mit der schriftlich niedergelegten Gemeindekonzeption aus dem Jahr 2011 ist der Anpassungsprozess der EKH an die moderne Lebenswirklichkeit der Gemeinde nur eingeleitet, nicht abgeschlossen. In den kommenden zwei Jahren werden Presbyterium, Mitarbeitende, aber auch die Gemeindeglieder mit der Verwirklichung der gesteckten Ziele beschäftigt sein. Danach gilt es, Rückschau auf Erreichtes zu halten und zugleich zu überprüfen, ob der eingeschlagene Weg noch Gültigkeit hat oder bereits von der Gemeindewirklichkeit überholt worden ist. Daher wird künftig im Abstand von zwei Jahren die Gemeindekonzeption in den Prüfstand erhoben und bei Bedarf fortgeschrieben.



Heessen, April 2011 für die Konzeptionsgruppe


Ulrich Brodowski

Thomas Wlochinski

Martina Schilling -Graef

Gottesdienste / Veranstaltungen

Mittwoch, 11.12.2019 09.45 Uhr
Gottedienst im Seniorenheim

Dummybild
Hamm: Seniorenheim St. Stephanus Pfarrer Ulrich Brodowski

Sonntag, 15.12.2019 10.00 Uhr
Tauf- und Familiengottesdienst

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Matthias David

Sonntag, 22.12.2019 10.00 Uhr
Ferienkirche

Hamm: Gellert-Haus Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Dienstag, 24.12.2019 15.00 Uhr
Krippenspiel

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Matthias David

Dienstag, 24.12.2019 15.30 Uhr
Krippenspiel

Hamm: Gellert-Haus Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Dienstag, 24.12.2019 17.00 Uhr
Christvesper

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Matthias David

Dienstag, 24.12.2019 17.00 Uhr
Christvesper

Hamm: Gellert-Haus Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Mittwoch, 25.12.2019 10.00 Uhr
Weihnachtsgottesdienst

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Matthias David

Donnerstag, 26.12.2019 10.00 Uhr
Weihnachtsgottesdienst

Hamm: Gellert-Haus Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Sonntag, 29.12.2019 10.00 Uhr
Ferienkirche

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Dienstag, 31.12.2019 18.00 Uhr
Jahresschlussgottesdienst

Hamm: Gellert-Haus Heessen Pfarrer Ulrich Brodowski

Mittwoch, 1.01.2020 17.00 Uhr
Neujahrsandacht

Hamm: Versöhnungskirche Heessen Pfarrer Matthias David